Zum Jubiläum gab es den Wireball 16. Mai 2024

Der „Wireball“ ein fußballgroßen Drahtball, der in Anlehnung an den durch Deutschland rollenden, menschengroßen Wireball bei jeder Übergabe von einem Klimaversprechen begleitet wird, ist seit dem 14. Mai 2024 für ungefähr ein Jahr beim katholischen Bildungswerk Kreis Reutlingen e.V.. Der designierte vhs-Geschäftsführer Philipp Marquardt übergab ihn gemeinsam mit Fachbereichsleiterin Irene Karki im Rahmen der 50. Mitgliederversammlung an den Vorsitzenden der keb im Kreis Reutlingen, Stefan Meißner und Bildungswerkleiterin Claudia Guggemos. Üblich ist, dass bei jeder Übergabe ein Klimaversprechen des Empfängers ausgesprochen wird.

Für das Klimaversprechen konnten Vorstand und Geschäftsführung des Bildungswerks aus dem Vollen schöpfen: „Als Bildungseinrichtung sind wir in den letzten Jahren in verschiedenen Bereichen auf das Thema Nachhaltigkeit angegangen: Seit fünf Jahren gibt es keine Plastikflaschen im Bildungswerk, Catering – auch für die Jubiläumsmitgliederversammlung wird regional und biozertifiziert eingekauft, Mit Ressourcen wie Papier und Energie wird nachhaltig umgegangen. Die keb arbeitet mit bei der Taskforce Klimaschutz der Stadt Reutlingen und beim Fairtrade-Bildungsprogramm, sie unterstützt Kirchengemeinden dabei, faire Gemeinde zu werden und engagiert sich für Bildung im Biosphärengebiet, zum Beispiel beim Aktionstag Speisekammer am 14. September in Münsingen, durch eine Mitgliedschaft in der Biosphärenmanufaktur M 59 oder durch Mitarbeit bei der Gartenschau in Bad Urach 2027.

Die keb versteht sich als Player in einem Netz für nachhaltige Bildung, wenn sie gemeinsam mit EPIZ, Volkshochschule und evangelischer Bildung seit drei Jahren eine Kochshow mit fairen Zutaten und humorvoller Moderation organisiert. Sein Netzwerk feierte das Bildungswerk am Dienstag, 14. Mai mit geladenen Gästen und einer von Bildungswerksleiterin Claudia Guggemos moderierten Talkrunde, die unter dem Titel „Wurzeln und Flügel“ Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der kirchlichen Bildungsarbeit diskutierte: Der ehemalige Leiter Paul Schlegl erinnerte dabei an seine Anfangszeit, als vieles sehr offen und experimentierfreudig angegangen werden konnte, obwohl  er das katholische Milieu sehr als  sehr konservativ und eng erlebte. Der Reutlinger keb-Vorsitzende Stefan Meißner beschrieb, dass ihn als jungen Journalisten zu Beginn seiner Berufslaufbahn die Buntheit und die Offenheit des Programms der keb anzog und seither nicht mehr losließ. Bildungsforscherin Sabine Digel von der Uni Tübingen betonte, dass die Erwachsenenbildung sich wie die gesamte Gesellschaft in einer rasanten Transformation befinde, die so schnell nicht zur Ruhe kommen werde. Auch der Stuttgarter Bildungswerksleiter Roland Weeger betonte, dass die Corona-Krise als Katalysator für Digitalisierung funktioniert habe, der Entwicklungen beschleunigte, die sowieso anstanden. Dem pflichtete Kathrin Messner von der Evangelischen Erwachsenenbildung bei und hob den hohen Wert des Ehrenamts, das aber besser begleitet werden müsse, zum Beispiel durch Ehrenamtskoordinatoren, hervor. Der designierte Volkshochschulleiter Pilipp Marquard sieht die Bildungseinrichtungen auf einem gemeinsamen Weg, die Gesellschaft mitzugestalten und verglich den Einfluss von künstlicher Intelligenz mit der Bedeutung der Erfindung des Buchdrucks, der vor 500 Jahren in Reutlingen den Markteid und in Deutschland die Reformation erst möglich machte. Kirchliche Bildungsarbeit sei dabei ein Ort, der immer schon mit einem „Mehr“ rechne und „nach oben offen“ sei. Dies feierten die geladenen Gäste im Anschluss bei Klängen von Madaus und Band und einem regionalen Buffet von Suppengrün und Bäckerei Berger.

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