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Zeitlichkeit der Sorge – Sorge als Sinn für das, was auf dem Spiel steht

Logosclub-Abend in der Reihe: Niemand hat so viel Zukunft wie der, der sich nicht sorgt.

Der Mensch kann denken. Auch vorausdenken, Ungewissheit erleben, Bedrohliches vorwegnehmen. Zu Krisen gehört die Ungewissheit darüber, was die Zukunft bringen wird. Inzwischen denken wir unsere Gegenwartskrisen als einen Dauerzustand, den wir in die Zukunft verlängern. Das soll Orientierung ermöglichen, schafft aber mehr Probleme. Erneut sind wir angehalten, den Umgang mit der Zeit zu reflektieren, zu erinnern, zu antizipieren – vor allem Zeit zu gestalten, mit Lust auf Zukunft. Niemand hat so viel Zukunft wie der, der sich nicht sorgt. Weshalb? Weil die vorwegnehmende Sorge wegnimmt, was erst noch, ganz anders als gedacht, kommen will. Lust auf Zukunft setzt Vertrauen voraus. Nachgedacht werden soll über Zeitverhältnisse.

Das der Zeit sorgend preisgegebene Dasein ist immer auch auf der Flucht vor der Zeit. Gleichwohl wird es immer wieder auf sich selbst zurückgeworfen, auf seine Zeitlichkeit, und das heißt: auf seine Sorgen. Sich selbst zeitlich zu erfahren bedeutet: Möglichkeiten haben und vor sich sehen. Man möchte im Besitz dieser Möglichkeiten bleiben. Optionen nennt man das heute. Wenn man sich für eine entscheidet, verliert man die anderen. Das Ungewisse, Unvorhersehbare an der Zeit ruft die Sorge wach. Der Mensch sorgt sich, weil er auf die Zukunft hinausblickt und eben nicht gänzlich im Augenblick aufgeht. In der Sorge ist man sich selbst immer schon vorweg. Man sorgt sich, weil man nicht wissen kann, wie sich Verhältnisse entwickeln, an denen einem etwas liegt oder von denen man abhängt. Doch man kann so entdecken, was auf dem Spiel steht.

Wann:
Donnerstag, 06.05.2021, 19:45 Uhr - 22:00 Uhr
Wo:
in Video-Präsenz per ZOOM
Referent/in:
Thomas Gutknecht
Hinweis:
Nach der Anmeldung erhalten Sie einen ZOOM-Link
Beitrag:
€ 8,00
Anmeldung:
bis 3. 5. 21 ans Bildungswerk; in Kooperation mit dem Logos-Institut

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