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Zukunft – Ankunft des ganz Anderen?

Logosclub-Abend in der Reihe: Niemand hat so viel Zukunft wie der, der sich nicht sorgt.

Der Mensch kann denken. Auch vorausdenken, Ungewissheit erleben, Bedrohliches vorwegnehmen. Zu Krisen gehört die Ungewissheit darüber, was die Zukunft bringen wird. Inzwischen denken wir unsere Gegenwartskrisen als einen Dauerzustand, den wir in die Zukunft verlängern. Das soll Orientierung ermöglichen, schafft aber mehr Probleme. Erneut sind wir angehalten, den Umgang mit der Zeit zu reflektieren, zu erinnern, zu antizipieren – vor allem Zeit zu gestalten, mit Lust auf Zukunft. Niemand hat so viel Zukunft wie der, der sich nicht sorgt. Weshalb? Weil die vorwegnehmende Sorge wegnimmt, was erst noch, ganz anders als gedacht, kommen will. Lust auf Zukunft setzt Vertrauen voraus. Nachgedacht werden soll über Zeitverhältnisse.

Fast alle europäischen Sprachen haben mindestens diese zwei Möglichkeiten, von der Zukunft zu sprechen: das futurum bezeichnet das, was wird, adventus das, was kommt. Futur ist das Werden der Dinge in der Zeit, Advent ist die Ankunft der Zeit, die Gabe der Zeit; Ankunft eines Ereignisses, das öffnet, in neue Verhältnisse fügt. Letzterer Zukunftsbegriff ist vielen Menschen fremd. Jacques Derrida nennt diese Zukunft „das Kommende“, französisch „l´avenir“. Er sieht darin das vollkommen Unvoraussagbare. Das Andere, das von sich her da ist und kommt. Gibt es eine wahre Zukunft jenseits der bekannten Zukunft (futur)? Wenn ja, dann ist es l´avenir. Da kommt ein Anderer, dessen Ankunft ich nicht vorhersehen kann, von dem ich unter Umständen nicht einmal weiß. Diese Zukunft heißt lateinisch adventus. Nennen wir sie Ankunftszukunft. Was bedeutet das?

Wann:
Donnerstag, 08.07.2021, 19:45 Uhr - 22:00 Uhr
Referent/in:
Thomas Gutknecht
Beitrag:
€ 8,00
Anmeldung:
bis 5. 7. 21 ans Bildungswerk; in Kooperation mit dem Logos-Institut

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