Das KBW wächst weiter – in wachstumsarmen Zeiten: KBW-Mitgliederversammlung 2004

Die Jahresmitgliederversammlung 2004 des Katholischen Bildungswerks Landkreis Reutlingen e.V. (KBW) tagte im Mai im Reutlinger Augustin-Bea-Haus, würdigte das 30jährige Bestehen des KBW-Trägervereins und befasste sich in ihrem Studienteil mit dem Schwerpunktthema 2004 „Glaube wirkt. Auf der Suche nach Sinn und Gemeinsinn“. Gastreferent war Ordinariatsrat Dr. Joachim Drumm, Hauptabteilungsleiter „Kirche und Gesellschaft“ Diözese Rottenburg-Stuttgart. Passend zum 30er Jubiläum konnten die Delegierten aus Kirchengemeinden, Gruppen, Verbänden und kooperierenden Institutionen die erfreuliche Statistikentwicklung der mittlerweile renommierten Reutlinger Bildungseinrichtung erfahren: Mit über 11.000 Unterrichtseinheiten bei 64.000 Teilnehmer/innen im Jahr 2003 steigerte sich das KBW um 1% bzw. 1,8% im Vergleich zum Vorjahr – und dies in generell wachstumsarmen Zeiten. Angesichts dieser Zahlen tat sich der Vorsitzende des Trägervereins Schuldirektor Bernhard Bosold in seinem Bericht nicht schwer, die hohe Relevanz der kirchlich geprägten offenen Erwachsenenbildung für viele Menschen nachzuweisen und zu betonen, dass staatliche und kirchliche Kürzungswellen diese Arbeit nicht gefährden sollen: „Das KBW versteht sich als Impulsgeber und Dienstleister und hat der Öffentlichkeit zum letztjährigen Schwerpunktthema (2003) `Der Wert des Menschen’ ein lebendiges Bildungsangebot und eine breite Palette weiterer Aktivitäten vorgelegt. Wachheit und Lebendigkeit für die Kirche und in ihr sind besondere Anliegen in der KBW-Arbeit“. Besonders ging Bosold auf die „Reutlinger Highlights“ der Menschen-und-Themen-Zeitgespräche ein. 2003 waren neben dem Psychoanalytiker und Autor Dr. Tilmann Moser auch der Chef der Internationalen Bachakademie Prof. Dr. Helmuth Rilling und die in Hamburg lebende Schriftstellerin und Lyrikerin Dr. Ulla Hahn zu Gast. „Diese Zeitgespräche sollen Einblicke in `fremde Welten’ ermöglichen und außerdem den lebendigen, offenen Austausch und die tolerante Verständigung in Gesellschaft und Kirche voran bringen.“ Auch 2004 wird die Reihe prominent fortgesetzt: So konnte im ersten Quartal Bischof Dr. Gebhard Fürst im Spitalhof begrüßt werden. Seit Sommer 2003 – informierte Bosold weiter – ist die Regionalisierung der kirchlichen Erwachsenenbildung in der Diözese angesagt. Im Verbund mehrerer Kreisbildungswerke sollen wegbrechende Mittel besser verkraftet werden, wobei der Preis dessen ist, dass die flächenwirksame Arbeit der KBW zunehmend gefährdet wird. Chancen werden darin gesehen, dass im Verbund verschiedene Bildungsprojekte leichter realisiert werden können. Bosold: „Das Bildungswerk Reutlingen strebt eine Verbindung mit den Kreisbildungswerken Tübingen, Esslingen und Göppingen an.“ Bildungswerkleiter Paul Schlegl nannte in seinem Bericht verschiedene Gründe für das nachhaltige Wachstum der Einrichtung: „Das KBW hat sich als Dach- und Dienstleistungsorganisation in der Erwachsenenbildung profiliert und arbeitet mit vielen selbständig tätigen Mitgliedern und Kooperationspartnern zusammen. Alle tragen zur Programmgestaltung bei. Die Geschäftsstelle des Bildungswerks unterstützt diese vielen ehrenamtlichen, hauptamtlichen und freiberuflichen Partner/innen.“ Auch 2003 haben neue Gruppierungen die Kooperation gesucht und das KBW „als interessanten Treffpunkt Lernen für sich entdeckt.“ In diesem Zusammenhang sind rückblickend auf 2003 zwei besondere Jubiläen zu nennen: · Der Treffpunkt Alleinerziehende feierte sein 30jähriges Bestehen. Er ist der älteste in und um Reutlingen. „Durch die Jahre hindurch“ - so Schlegl - „ besuchten schon mehrere tausend Mütter und auch Väter - zusammen mit ihren Kindern - die Samstagstreffpunkte in Reutlingen und ferner die heiß begehrten Bildungsfreizeiten in schönen Tagungsstätten der näheren und ferneren Umgebung.“ · Mit einem Festprogramm der besonderen Art wartete der Philosophische Verein Logosclub e.V. anlässlich seines zehnjährigen Bestehens auf. Im Oktober 2003 trafen sich in Reutlingen zahlreiche Profi- und Laien-Philosoph/innen aus nah und fern. Regen Zuspruch fand auch 2003 das modulare Qualifizierungsprogramm „Wecken, was in dir steckt – Kompetent und erfolgreich mit Erwachsenen in Gruppen arbeiten“, in dessen Trägerschaft das Reutlinger Bildungswerk mit dem Diözesanbildungswerk und mit anderen Kreisbildungswerken zusammen arbeitet. Das Kultusministerium förderte diese Qualifizierung als Modellveranstaltung, die auch 2004 fortgesetzt wird. Schlegl: „Die Praxisfelder der Teilnehmer/innen geben Aufschluss über den Lernbedarf und die persönlichen Hintergründe. Sie belegen, wie wichtig Vernetzung und Austausch über den eigenen Bereich hinaus sind: Ehrenamtliche aus Gruppen, Vereinen, Initiativen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern, sowie Ehrenamtliche aus kirchlichen Bezügen; Hauptberufliche, die schwerpunktmäßig im öffentlichen Dienst bzw. in Dienstleistungsunternehmen tätig sind. Viele Teilnehmer/innen haben sowohl die ehrenamtliche, als auch die berufliche Praxis eingebracht, d.h. sie wollten sich für beide Bereiche weiterbilden.“ „Glaube wirkt. Auf der Suche nach Sinn und Gemeinsinn“ – so lautet das KBW-Schwerpunkthema 2004. Die Delegierten befassten sich damit im Rahmen des Studienteils der Versammlung und konnten als Gastreferenten Ordinariatsrat Dr. Joachim Drumm, Hauptabteilungsleiter „Kirche und Gesellschaft“ in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, begrüßen. „Das, woran ich glaube, bestimmt mein Denken, Reden, Tun und Lassen. Glaube wirkt immer.“ – war einer der Kernsätze des Referenten. Dabei ist die Welt des Glaubens weit zu sehen. „Ich bin Teil eines universalen Netzes. Wie jeder Mensch stehe ich mit der gesamten Welt und der Geschichte des Universums in Wechselwirkung“, so Drumm. Zum Spezifikum des christlichen Glaubens gehört das Vertrauen, dass das Leben stärker ist als der Tod, dass „alles gut wird. Und: Nichts, was Leben fördert, ist vergeblich und sinnlos.“ Christen sollen deshalb visionär, kritisch und gelassen sein, nicht resignieren, sich mit anderen verbunden wissen, inspirieren und couragiert auftreten. Bildung soll - nach Drumm - die Sinndimensionen des Lebens erschließen und Herz und Kopf des Einzelnen erreichen: „Bildung zielt auf gelingendes Leben. Dazu gehören: Orientierungs- und Sinnfindungsprozesse, Vorbereitungs- und Gestaltungsprozesse, Unterbrechungserfahrungen, Dialog- und Partizipationsprozesse.“

 

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