Orte des Wohlfühlens - KBW-Mitgliederversammlung 2007

Die Jahresmitgliederversammlung 2007 des Katholischen Bildungswerks Landkreis Reutlingen e.V. (KBW) tagte im Mai im Reutlinger Augustin-Bea-Haus, nahm die Berichte des Vorstandes entgegen, verabschiedete den Haushalt und befasste sich in ihrem Studienteil mit dem Schwerpunktthema 2007 „Zusammenhalt finden“. Referent war der Rektor der Jos-Weiß-Schule Reutlingen Uwe Köster. In seinem Bericht vor den Delegierten aus Kirchengemeinden, Gruppen, Verbänden und kooperierenden Institutionen erinnerte der Vorsitzende des Trägervereins Schuldirektor Bernhard Bosold an das letzt jährige Schwerpunktthema „ZUTRAUEN trauen“, das in der konkreten Bildungsarbeit vor Ort auf breite Resonanz stieß. Gedacht war es als Reaktion auf Kleinmut und Verzagtheit: „Wer sich traut und anderen etwas zutraut, weigert sich, im Gejammer und in der ‚Ach-Ja-Stimmung’ stecken zu bleiben. Er und sie hat Vertrauen in die Zukunft.“ Dieser Schwerpunkt trug im vergangenen Jahr wesentlich zur Profilierung des KBW bei. Bosold ging auch auf den Zusammenschluss der beiden Dekanate Reutlingen und Zwiefalten ein und appellierte an die Pfarrer, pastoralen Mitarbeiter und Kirchengemeinderäte, die offene Erwachsenenbildung und das Bildungswerk fest in den Seelsorgeeinheiten des neuen größeren Dekanats zu verankern. Schließlich erinnerte Bernhard Bosold an die schlimme Gasexplosion in St. Georgen/ Schwarzwald im vergangenen Herbst, bei der die Teilnehmer der Alleinerziehendenfreizeit verunglückten. Er zeigte sich erleichtert, dass alle überlebten und die Verletzungen weitestgehend geheilt sind. Den Verantwortlichen im KBW dankte er für deren herausragenden persönlichen Einsatz und einfühlsames Handeln. In der „Glanzreihe“ der Menschen-und-Themen-Zeitgespräche fand in diesem Frühjahr die 70. Veranstaltung mit der Ordensfrau und Ärztin Dr. Ruth Pfau aus Pakistan im vollen Spitalhofsaal Reutlingen statt. Diese Reihe, die in Kooperation mit der Stadt Reutlingen angeboten wird, gibt es seit 1988. Bildungswerkleiter Paul Schlegl informierte in seinem Bericht, dass sich die KBW-Leistungsstatistik in 2006 günstig entwickelte. 11.327 Unterrichtseinheiten wurden eingefahren und damit eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr um 2,9%. Das ist ein Rekordergebnis in der Geschichte der Einrichtung. Die Gesamtzahl der Teilnehmer/innen betrug 51.349. Sehen lassen konnte sich – laut Schlegl - im vergangenen September auch die Zahl der sich mit dem KBW Solidarisierenden: In nur zwei Aktionswochen protestierten 800 Personen mit ihrer Unterschrift gegen die Kürzung des Weiterbildungszuschusses durch die Landesregierung. Die Aktion war vernetzt mit der evangelischen Erwachsenenbildung und mit den Volkshochschulen. In 2006 bekam das Reutlinger Bildungswerk den Zuschlag zur Beteiligung an einem KBE-Bundesprojekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird: „Lebens-wert? – Lernort Gemeinde“. Dabei werden bis 2008 in Reutlingen Ansätze einer Bildung für nachhaltige Entwicklung erprobt. Schließlich informierte Paul Schlegl darüber, dass derzeit auf Diözesanebene Bestrebungen zugunsten eines gemeinsamen überregionalen Erscheinungsbildes der katholischen Erwachsenenbildung laufen. Wahrscheinlich werden diese auch zu einer neuen Namensgebung mit neuer Bild-Text-Marke führen. „Zusammenhalt finden“ – lautet das KBW-Schwerpunkthema in 2007. Die Delegierten befassten sich damit im Rahmen des Studienteils zu Beginn der Versammlung und konnten als Referenten den Rektor der Jos-Weiß-Schule Reutlingen Uwe Köster begrüßen. Köster berichtete, wie vor mehreren Jahrzehnten gesellschaftliche Veränderungen – Stichwort Migration - bewirkten, dass die Jos-Weiß-Schule ins Abseits geriet und wie diese Herausforderungen konstruktiv aufgegriffen wurden und dazu führten, dass neue Potentiale und neue Konzepte erschlossen werden konnten. Er stellte verschiedene innovative pädagogische Ansätze seiner Schule vor, wie z.B.: Die Lernenden sind wichtiger als die Lehre, demokratische Erziehung, Schule soll Heimat sein und ein Ort des Wohlfühlens, intensive Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Ausländern, Europaschule, Vernetzung im Stadtteil, Ganztagesschule usw. Ausgehend von diesen Erfahrungen überlegten die KBW-Delegierten zusammen mit dem Referenten, welche Übertragungsmöglichkeiten es in die Erwachsenenbildung unter dem Stichwort „Zusammenhalt finden“ gibt.

 

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