Jahresbericht 2017: anerkennen + dazugehören - KEB-Schwerpunktthema 2017/ 18

„Es tut weh, nicht dazuzugehören. Einsamkeit schmerzt. Fehlende Anerkennung stürzt uns in Selbstzweifel und lässt uns verstummen.“ – so der Vorsitzende des KEB-Trägervereins Bernhard Bosold in seinem Leitartikel zum Impulse-Programm-Heft des 2. Halbjahres 2017. Und er fuhr fort:
„Lebendig und voller Selbstvertrauen sind wir, wo wir anerkannt werden. Anerkennung ist dabei mehr als ein unbestimmtes Gefühl. Wer andere anerkennt, muss aufmerksam, gerecht und liebesfähig sein. Anerkennen heißt in der Alltagspraxis:
Den Anderen wahrnehmen. (Gegen Gleichgültigkeit und Desinteresse). Dem Anderen mit Anstand begegnen. (Gegen Abwertung und Demütigung). Den Anderen wertschätzen. (Gegen Selbstgerechtigkeit).
Wenn wir uns das bewusst machen, wissen wir, dass wir in den vergangenen Jahren und Jahrzenten nicht alles richtig gemacht haben…
Wir alle leben und weben in Gott. Von ihm sind wir gehalten und gerufen. Deshalb gehören wir dazu. Deshalb müssen wir auch die anderen, alle anderen, anerkennen.“

Und Bildungsreferentin Maria Dombrowsky kommentierte im 1. Halbjahr 2018: „Wenig hilfreich ist, unsere Ängste zu verleugnen und deren angstauslösende Situationen. Wir sollten vor allem denen nicht glauben, die behaupten, sie hätten die einfachen Lösungen, angstfreie Verhältnisse zu schaffen. Es geht nur über den Weg, problematische Gegebenheiten anzuerkennen und nach einem konstruktiven Umgang damit zu suchen. Zur Bewältigung unserer Ängste sind wir auf ein Gegenüber angewiesen, welches uns versteht, zuhört, tröstet und begleitet. Zum anderen brauchen wir die Hoffnung, dass die Welt, so wie sie ist, nicht das letzte Wort über die Welt ist. Hoffnung bedeutet, dass man es sich als eine Gesellschaft erlauben kann, eine Vorläufigkeit des Gegebenen zu denken."

Hier einige Themenbeispiele aus dem KEB-Programmspektrum zum Schwerpunktthema:

  • Erzähl mir von dir – Ein Theaterprojekt zur Integration von Flüchtlingen mit dem Theater Patati Patata. Preisträger des Kulturwettbewerbs 2018 „Aller Welt Bühne“. Wegen großer Nachfrage fanden in letzter Zeit mehrere Aufführungen statt.
  • Treffpunkte und Asylcafés für Geflüchtete und Einheimische
  • Fremdenfeindlichkeit und Rechtspopulismus: Wie wir couragiert handeln können
  • Die Welt in Zeiten des Terrors – Philosophisches Sonntagsforum mit beunruhigenden Fragen an die friedliebenden Menschen
  • Anerkennen und dazugehören – Literaturkreis am Vormittag
  • Lea Ackermann: Der Kampf geht weiter. Damit Frauen in Würde leben können Was macht Kinder und Jugendliche selbstsicher? – Nachmittag im TAFF der TREFF mit der Frage, was Eltern dazu beitragen können
  • Das Fremde in mir und das Fremde im Andern – Sonntagsforum: Philosophie und Religion als Schule der Begegnung mit dem fremden
  • „Was mir heilig ist.“ - Gespräche mit Muslimen über religiöses und kulturelle Unterschiede

 

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