Neues Schwerpunktthema „anerkennen + dazugehören“ in Zeiten des Vereinfachens und des Populismus

Die Jahresmitgliederversammlung 2017 der Katholischen Erwachsenenbildung Bildungswerk Kreis Reutlingen e.V. (KEB) tagte im Mai im Gemeindezentrum Hl. Geist in Reutlingen. Sie nahm die Berichte des Vorsitzenden und des Leiters entgegen, verabschiedete den Haushalt und befasste sich in ihrem Studienteil mit dem neuen Schwerpunktthema 2017/18 „anerkennen + dazugehören“.

In seinem Bericht vor den Delegierten aus Kirchengemeinden, Gruppen, Verbänden und kooperierenden Institutionen stellte der Vorsitzende des Trägervereins, Schuldirektor i.R. Bernhard Bosold, fest, dass das KEB-Bildungswerk mit vielen Kooperationspartnern gut vernetzt ist und auch milieu- und gruppenübergreifend mit interessanten Angebote die breite Öffentlichkeit erreicht. „Damit tritt die KEB Reutlingen nicht zuletzt als eine positive Facette katholischer Kirche im Kreis Reutlingen in Erscheinung.“

Da wir in Zeiten leben, in denen Vereinfacher und Populisten stark werden, so Bosold, sollte das ablaufende Schwerpunktthema 2016/17 „Nur Mut!“ zeigen, dass die KEB die Sorgen und Ängste der Menschen ernst nimmt. Wie viel Fremdheit vertragen wir? Was hält diese Gesellschaft zusammen? Welchen Mut brauchen wir? Diese Fragen bestimmten die Inhalte des Themas. Bernhard Bosold: „Diese Fragen zeigen, dass Katholische Erwachsenenbildung nur ein universalistisches, ein alle umfassendes Konzept vertreten kann. Das ist sie ihrer philosophisch-theologischen Tradition und dem Evangelium Jesu Christi schuldig. Beide lassen an ihrer universalistischen Perspektive keinen Zweifel.“

Bildungswerkleiter und Geschäftsführer Paul Schlegl informierte in seinem Bericht über die KEB-Leistungsstatistik des vergangenen Jahres: In 2016 wurden 17.899 Unterrichtseinheiten mit insgesamt 61.696 Teilnehmer/innen gezählt. Damit konnte das hohe Zahlenniveau des Rekordjahres 2015 gehalten werden. Zurückzuführen ist dieser Boom auf viele Kooperationspartner im KEB-Netzwerk, aber auch auf immens viele Veranstaltungen im Zusammenhang mit der Flüchtlingsthematik.

Schlegl wies darauf hin, dass die Veranstaltungen des KEB-Bildungswerks in 2016 und 2017 besonders dazu dien(t)en, die Demokratie und die offene Gesellschaft zu stärken. In Zeiten des Populismus und des Fundamentalismus geben die KEB-Angebote Anlass und Gelegenheit, vertieft und differenziert das Zusammen-Leben zu reflektieren. Im Hinblick auf das Fluchtthema liefert(e) das Bildungswerk wesentliche Beiträge, die Willkommenskultur nachhaltig zu gestalten. Schlegl: „Dabei wurden unterschiedliche Zielgruppen angesprochen: die Flüchtlinge selbst, Ehrenamtliche, die Flüchtlinge Starthilfe geben und sie begleiten, sowie die breite Öffentlichkeit, die eingeladen wurde, die nicht einfachen Themen fundiert und menschenfreundlich zu bedenken.“

Bildungsreferentin Maria Dombrowsky informierte über die Familienbildungsarbeit der letzten Zeit. Sehr beliebt ist der TAFF – der TREFF aller Familienformen in Reutlingen, der an Samstagen und Sonntagen einlädt, aber auch zu Bildungsfreizeiten für Alleinerziehende mit ihren Kindern, zu Wochenenden für Väter mit Kindern sowie zu Familienwochenenden. Im Laufe des Jahres soll auch in Münsingen ein neuer TAFF-TREFF entstehen.

Nachdem Cornelia Hosp, Pfullingen, aus dem Vorstand ausschied, wählte die Versammlung Dr. Stefan Meißner, Reutlingen, neu in den Vorstand. Als studierter Deutsch- und Religionslehrer ist er Fach- und Pressereferent im Regierungspräsidium Tübingen und Mitglied im Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart.

Im Studienteil zum neuen Schwerpunktthema 2017/18 „anerkennen + dazugehören“ befasste sich die Jahresversammlung mit zwei gesellschaftlich und persönlich relevanten Fragen: Wo sehe ich Menschen, die darunter leiden, nicht dazuzugehören? Welche Anerkennung wird hier gebraucht?
Einen inhaltlichen Impuls dazu gab der Vorsitzende Bernhard Bosold: „Lebendig und voller Selbstvertrauen sind wir, wo wir anerkannt werden. Anerkennung ist dabei mehr als ein unbestimmtes Gefühl. Wer andere anerkennt, muss aufmerksam, gerecht und liebesfähig sein. Anerkennen heißt in der Alltagspraxis: Den Anderen wahrnehmen. Den Anderen mit Anstand begegnen. Den Anderen wertschätzen.“

Gemeinsam überlegte die Jahresversammlung, wie die einzelnen Themenaspekte im Rahmen der offenen Bildungsarbeit in nächster Zeit fundiert und differenziert behandelt werden können.

 

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