40 Jahre Katholische Erwachsenenbildung Bildungswerk Kreis Reutlingen - Jahresversammlung 2014

Die Jahresmitgliederversammlung 2014 der Katholischen Erwachsenenbildung Bildungswerk Kreis Reutlingen e.V. (KEB) tagte im Mai im 40. Jahr des Bestehens des Trägervereins und seiner Bildungseinrichtung. Sie nahm im Augustin-Bea-Haus in Reutlingen die Berichte des Vorsitzenden und des Leiters entgegen, verabschiedete den Haushalt, wählte den Vorstand neu und befasste sich in ihrem Studienteil mit dem Schwerpunktthema 2014 „Unerwartete Chancen – Unerwartete Kraft“. Referent war Prof. Hartmut Majer, Nürtingen.

In seinem Bericht vor den Delegierten aus Kirchengemeinden, Gruppen, Verbänden und kooperierenden Institutionen erinnerte der Vorsitzende des Trägervereins Schuldirektor Bernhard Bosold an das letztjährige Schwerpunktthema „Schnitt! In-nehalten. Nachdenken. Neu starten. “. „Wir können wieder auf ein gutes Jahr zu-rückblicken. Wer sich das breit gefächerte Programm des KEB-Bildungswerks an-schaut, wird das anerkennend und dankbar feststellen.“ - so der KEB-Vorsitzende. Das gilt besonders auch für die Reihe der Menschen-und-Themen-Zeitgespräche, die er als „Markenzeichen“ der Katholischen Erwachsenenbildung in Reutlingen bezeichnete. Hier gab es im vergangenen Jahr vier eindrückliche Abende im Reutlinger Spitalhofsaal. Zu Gast waren: Dr. Monika Hauser, Frauenärztin und Trägerin des Alternativen Nobelpreises, Prof. Dr. Harald zur Hausen, Nobelpreisträger für Medizin, Dr. Necla Kelek, deutsch-türkische Sozialwissenschaftlerin und die Schindler-Biografin Prof. Erika Rosenberg aus Buenos Aires/Argentinien.

Bosold informierte darüber, dass die Suche der jährlichen Schwerpunktthemen jedes Mal spannende Runden im Vorstand sind, in denen intensiv darüber nachgedacht wird, „was die Welt und uns bewegt und was ‚dran‘ ist“. Im Hinblick auf das 2014er-Thema, das sich mit der Bedeutung des Unerwarteten und der darin enthaltenen Chancen befasst, charakterisierte der KEB-Vorsitzende den neuen Papst Franziskus und seine Sicht auf die Welt als eine solche unerwartete Chance. Denn dieser Papst fordere auf, an die Ränder der Gesellschaft zu gehen und kritisiere eine Kirche, „die selbstgenügsam um sich selbst und ihre fixen Ideen kreist“.

Bildungswerkleiter Paul Schlegl konnte im Jubiläumsjahr im Hinblick auf die KEB-Leistungsstatistik neue Rekorde seit Bestehen der Einrichtung bekannt geben. In 2013 gab es mit 14.085 Unterrichtseinheiten einen Zuwachs um 21,3 % im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Gesamtzahl der Teilnehmer/innen steigerte sich um 5,9 % auf 72.979.
Schlegl rief dazu auf, sich an der derzeit stattfindenden Unterschriftensammlung zu beteiligen, die die grün-rote Landesregierung an das eigene Koalitionsversprechen erinnern soll, die Landeszuschüsse für Erwachsenenbildung dem Bundesdurchschnitt anzupassen, wovon sie derzeit noch weit entfernt sind. „Die Zuwachsraten zeigen, wie beliebt offene allgemeinbildende Erwachsenenbildung in der Bevölkerung ist. Das sollte auch die Landespolitik beherzigen“, so der Bildungswerkleiter.
Schlegl informierte darüber, dass im vergangenen Jahr das Kunstprojekt "Kunst an jedem Ort" auf breite Resonanz stieß. In diesem Zusammenhang wurde vom Bil-dungswerk ein neues Format der Lernbegleitung praktiziert, das die beteiligten Künstlerinnen und Künstler aktivierte und unterstützte. „Das Projekt ermöglichte Begegnungen und Kontakte, Berührungen von Kunst und Kirche, Innovationen für die eigene Organisation und breite Wirkung in die Öffentlichkeit. Die Lernbegleitung gab Anstöße, sich unterbrechen zu lassen, um anders zu sehen und um gemeinsam zu lernen und zu gestalten“, so Schlegl.

Die KEB-Mitgliederversammlung wählte dieses Mal ihren Vorstand neu. Zunächst wurden der langjährige stellvertretende Vorsitzende Albert Gnädinger, Münsingen, sowie die Beisitzer Ernst Bodenmüller und Lena Heiligenmann verabschiedet. Bestätigt im Amt wurde der Vorsitzende Bernhard Bosold. Sein neuer Stellvertreter wurde Michael Widmann. Als Beisitzer wählte die Versammlung Reiner App, Alfons Eckmann, Cornelia Hosp sowie Ulrike Neher-Dietz.

„Unerwartete Chancen – Unerwartete Kraft“ – lautet das KEB-Schwerpunkthema in 2014. Die Delegierten befassten sich damit im Rahmen des öffentlichen Studienteils nach der Mitgliederversammlung und konnten als Referenten den Künstler und Kunsttherapeuten Prof. Hartmut Majer begrüßen, der an der Hochschule für Kunst-therapie in Nürtingen lehrt.

Er skizzierte das künstlerische Handeln als zwischenmenschliches Geschehen und verdeutlichte dessen Potenziale für die Begegnung mit dem Unerwarteten. „Selbst-verständliches hinterfragen, scheinbar Nebensächliches wahrnehmen, Differenzen gestalten, sich auf neue Sichtweisen einlassen und Verunsicherungen als Ressourcen begreifen“, waren einige Aspekte, auf die er anhand von Beispielen näher einging und an denen er zeigte, dass Umwege häufig über die erwarteten Ziele hinausführen.

Die Jahresversammlung endete mit einem Sektempfang anlässlich des 40 jährigen KEB-Jubiläums.

 

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