Erwachsenenbildung in Zeiten epochaler Umbrüche - Jahresversammlung 2013

Die Jahresmitgliederversammlung 2013 der Katholischen Erwachsenenbildung Bildungswerk Kreis Reutlingen e.V. (KEB) tagte im Mai im Dekanatshaus Reutlingen, nahm die Berichte des Vorstandes entgegen, verabschiedete den Haushalt und befasste sich in ihrem Studienteil mit dem Schwerpunktthema 2013 „Schnitt! – Innehalten. Nachdenken. Neu starten.“. Referent war Pater Alfred Tönnis, Schemmerhofen.

In seinem Bericht vor den Delegierten aus Kirchengemeinden, Gruppen, Verbänden und kooperierenden Institutionen erinnerte der Vorsitzende des Trägervereins Schuldirektor Bernhard Bosold an das letztjährige Schwerpunktthema „Teilhabe schafft Vertrauen“. „Wir können wieder auf ein gutes Jahr zurückblicken. Wer sich das breit gefächerte Programm des KEB-Bildungswerks anschaut, wird das anerkennend und dankbar feststellen.“ - so der KEB-Vorsitzende. Das gilt besonders auch für die Reihe der Menschen-und-Themen-Zeitgespräche, die er als „Leuchttürme“ der Kirche in Reutlingen bezeichnete. Hier gab es im vergangenen Jahr drei eindrückliche Abende im Reutlinger Spitalhofsaal und im Foyer der Kreissparkasse Reutlingen. Zu Gast waren: Ute Brucker, Fernsehjournalistin und Leiterin der Auslandsabteilung des Südwestrundfunks, Aiman A. Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland und der Jesuitenpater und Zen-Meister Niklaus Brantschen SJ aus Bad Schönbrunn/ Schweiz.

Bosold informierte darüber, dass im vergangenen Jahr die neue Familienbildungsreferentin Maria Dombrowsky ihre Arbeit aufgenommen hat. Familienbilder wandeln sich, so dass sich auch die Familienarbeit derzeit in einem konzeptionellen und ex-perimentellen Suchprozess befindet.
Ausführlich ging Bosold in seinem Bericht auf den epochalen Umbruch ein, der auch die Kirche und den Glauben betrifft. „In diesem Umbruch ist es die Aufgabe der Katholischen Erwachsenenbildung, aufmerksam und ohne Angst mit verschiedenen gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen umzugehen und auf andere Menschen und Gruppierungen zu zugehen. Auf diese Weise kann Katholische Erwachsenenbildung die Kirche als Suchende und als mit allen Menschen Solidarische erfahrbar machen.“

Bildungswerkleiter Paul Schlegl informierte in seinem Bericht über die KEB-Leistungsstatistik in 2012: Mit 11.614 Unterrichtseinheiten gab es einen Zuwachs um 11,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Gesamtzahl der Teilnehmer/innen steigerte sich auf 68.925. In den Kreis der KEB-Kooperationspartner sind im vergangenen Jahr unten anderem die Landesarbeitsgemeinschaft TheaterPädagogik, das Gesundheitszentrum Schwäbische Alb Bad Urach sowie das Seniorenzentrum Gertrud Luckner Reutlingen dazugekommen.

Schlegl informierte darüber, dass sich die Formen des Lernens und der Bildung immer mehr differenzieren. Bedeutung gewinnen Projekte und ihre Entwicklung, zu denen auch das gemeinsame Lernen gehört. Als Beispiele nannte er In-House-Schulungen, die unter anderem von der Freiwilligenagentur und von der Citykirche abgerufen wurden, ein neues maßgeschneidertes Beratungs– und Coaching-Angebot für Einzelne und für kleine Gruppen in spezifischen Lebenslagen, der zunehmende Bedarf an Bildungsberatung bei Teilnehmern sowie Gesprächsabende für Ärzte und Therapeuten mit ethisch-philosophischen Reflexionen des beruflichen Handelns. Auch das Projekt „Kunst an jedem Ort“ gehört dazu. „Unter diesem Titel schafft eine Initiative von inzwischen 40 Künstlerinnen und Künstlern aus dem Raum Reutlingen seit zwei Jahren neue Vernetzungsmöglichkeiten für den gegenseitigen Austausch und bereitet ein multilokales Ausstellungsprojekt für Reutlingen vor“, so Schlegl.

„Schnitt! – Innehalten. Nachdenken. Neu starten.“ – lautet das KEB-Schwerpunkthema in 2013. Die Delegierten befassten sich damit im Rahmen des Studienteils zu Beginn der Versammlung und konnten als Referenten Pater Alfred Tönnis vom Oblatenkloster Schemmerhofen begrüßen.

Er zeigte auf, dass Schnitte zum Leben gehören und es darauf ankommt, sie genau wahrzunehmen. Wer sich aufmerksam und kreativ mit den Unterbrechungen im eigenen Erfahrungsbereich auseinandersetzt, kann neue Möglichkeiten und Wege erschließen. Der Kirche empfahl er, sich sensibel auf die Realitäten der Menschen einzulassen und sich intensiv mit ihren Themen zu befassen. Ein solcher Ansatz kann zu einer vertieften christlichen Spiritualität führen.

 

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