Pralles Jahr mit vielen Aktivitäten - KBW-Mitgliederversammlung 2005

Die Jahresmitgliederversammlung 2005 des Katholischen Bildungswerks Landkreis Reutlingen e.V. (KBW) tagte im Mai im Reutlinger Augustin-Bea-Haus, nahm die Berichte des Vorstandes entgegen, verabschiedete den Haushalt und befasste sich in ihrem Studienteil mit dem Schwerpunktthema 2005 „Lust auf Zukunft. – Kräfte spüren, Kleinmut überwinden“. Referent war der politische Journalist Reiner App, der auch dem KBW-Vorstand angehört. Auf ein „pralles Jahr mit vielen Aktivitäten“ blickte der Vorsitzende des Trägervereins Schuldirektor Bernhard Bosold in seinem Bericht vor den Delegierten aus Kirchengemeinden, Gruppen, Verbänden und kooperierenden Institutionen zurück. Entlang der Stoffgebiete Psychologie, Pädagogik, Gesundheit, Politik, Religion, Philosophie und Kunst ist es nach seiner Einschätzung durch profilierte Beiträge der kirchlichen Erwachsenenbildung gelungen, viele Anstöße zu geben, „um den gesellschaftlich weit verbreiteten Kleinmut zu überwinden.“ Bosold informierte auch darüber, dass das Reutlinger Kreisbildungswerk sich im vergangenen Jahr erfolgreich mit den Katholischen Bildungswerken Tübingen, Esslingen und Göppingen zu einem Kooperationsverbund zusammengeschlossen hat, um im Angebotsbereich ein breiteres Spektrum mit mehr Durchlässigkeit zu erreichen. Arbeitsteilung, Teamarbeit und höhere Effizienz in knappen Zeiten sind weitere Gründe für die Bildung dieses Verbundes gewesen, der allerdings die Autonomie der einzelnen Einrichtungen nicht beeinträchtigt. Auf besondere Highlights in der Zeitgespräche-Reihe „Menschen und Themen“ machte der KBW-Leiter Paul Schlegl rückblickend aufmerksam. Mit Bischof Gebhard Fürst, den Oberbürgermeisterinnen Barbara Bosch und Brigitte Russ-Scherer, dem Zeitforscher Karlheinz Geißler und dem in Reutlingen geborenen Chef des ZDF-heute-journals Claus Kleber waren in 2004 – dem Jahr des 30jährigen Bildungswerk-Bestehens – Persönlichkeiten aus Kirche, Staat und Medien zu Gast. Laut Schlegl konnte das Bildungswerk im vergangenen Jahr über 10.100 Unterrichtseinheiten mit über 47.000 Teilnehmer/innen verbuchen. Dabei ist die Entwicklung bei den örtlichen Partnern, deren Aktivitäten alle Eingang in die Statistik finden, sehr unterschiedlich: „Manche legten zu, andere verzeichneten einen Rückgang, nicht zuletzt auch deshalb, weil finanzielle Mittel gekürzt wurden“, so der KBW-Leiter. „Lust auf Zukunft. – Kräfte spüren, Kleinmut überwinden“ – lautet das KBW-Schwerpunkthema 2005. Die Delegierten befassten sich damit im Rahmen des Studienteils zu Beginn der Versammlung und konnten als Referenten den politischen Journalisten Reiner App begrüßen. „Zwar empfinden viele Angst in einer entfesselten Welt und haben das Gefühl, dass es abwärts geht“, so App, „jedoch vervielfacht die Globalisierung auch die Lebenschancen.“ Als Beispiel dafür nannte er, dass die Zahl der Diktaturen zurück geht, dass sich das Bildungsniveau weltweit erhöht, dass die Teilnahmechancen der Frauen sich verbessert haben und dass Erfolge zu verzeichnen sind im Kampf gegen die Armut. Die Globalisierung ist – nach App - für Deutschland ohne Alternative, gleichzeitig stellt sich aber die Wertefrage und entsteht der Ruf nach sozialer Verantwortung angesichts der vielen Globalisierungsverlierer. „Was macht eigentlich eine Gesellschaft glücklich?“ lautete die grundsätzliche Frage des Referenten, der im internationalen Vergleich generelle Aspekte aufzeigen konnte, wonach Menschen sich in solchen Gesellschaften als glücklicher empfinden, in denen die Grundbedürfnisse an Wohlstand vorhanden sind, die Verteilung von Einkommen und Lebenschancen als gerecht empfunden wird und der Eindruck vorherrscht, das Schicksal selbst in die Hand nehmen zu können. In diesem Zusammenhang kommt der katholischen Kirche als bewährten und profilierten „religiösen Global-Player“ besondere Bedeutung zu. „Die katholische Soziallehre hat wichtige Antworten auf die Gegenwartsfragen“, so Reiner App, „denn sie fordert Eigenverantwortung, aber auch mehr Freiheit und sie will Unterstützung für diejenigen, die Schwierigkeiten haben. Die Kirche hat große Chancen in dieser Umbruchsituation: Ihre Botschaft kann die Menschen mutig, optimistisch und stark machen, um Positives aus der gegenwärtigen Entwicklung zu ziehen.“ Nach den Ausführungen des Referenten diskutierten die Versammlungsmitglieder, welche Gewichte daraus in der kirchlichen Bildungsarbeit gesetzt werden können.

 

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